21.08.2016

Radtour entlang der Paar am 21.08.2016

Das Bayernnetz für Radler weist einen Radweg aus, der vom Donau-Radweg bei Ingolstadt bis zum Ammersee-Radweg führt, nämlich die Paartaltour. Der Kreisverband der ÖDP erkundete im Landkreis Aichach-Friedberg den Radweg, um auf eventuelle Verbesserungen aufmerksam zu machen.

Dazu machen sich am Sonntag, dem 21. August vormittags ein Team vom Landkreis-Norden und ein Team vom Landkreis-Süden auf den Weg. Ziel war das gemeinsame Mittagessen im Harthauser Hof in Harthausen mit interessanten Gesprächen.

21.07.2015

Flüchtlingswelle – Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit! sowie Sommerfest der ödp auf dem Biolandhof Peter Schmid in Walchshofen.

Am 21.07. fand eine gemeinsame Veranstaltung von KAB, Aichach sowie der ödp Kreisgruppe AIC  im TSV Restaurant, Aichach statt. Es wurde über das Thema „Flüchtlingswelle – Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit!“ diskutiert. Die stellvertretende Kreisvorsitzende der ödp Maria Posch aus Inchenhofen stellte gemeinsam mit Dieter Niessner aus Harthausen die Positionen der ödp zur Flüchtlingspolitik dar.

Da die Industriestaaten sich das Recht herausnehmen, überdurchschnittlich viel und ungebremst Ressourcen zu verbrauchen, entsteht Elend und Hunger im Rest der Welt. Riesige Fischkutter aus der EU fangen ganze Fischschwärme vor Afrika ab, für die Fischer aus Afrika bleiben höchstens Reste übrig. Finanzinvestoren kaufen von Kleinbauern ganze Landstriche, dank der Hilfe von Diktatoren, und versuchen den Gewinn durch Einsatz von Dünger und Chemie  zu maximieren.
Das funktioniert teilweise einige Jahre, allerdings nicht dauerhaft. Statt von den regionalen Bewirtschaftungsmethoden etwas zu lernen, und diese weiterzuentwickeln wird in großem Stil Lebensgrundlage von vielen Menschen zerstört. Wer keine Perspektive hat, muss hungern, wird Pirat oder versucht es als Asylbewerber. Wir Europäer tragen somit eine Teilschuld an der Flüchtlingswelle.

Anschließend berichtete Rosy Lutz aus Klingen über Ihre mehr als 25-jährige Erfahrung als Betreuerin von Flüchtlingen bei der Caritas. Bereits zur Zeiten der Maueröffnung gab es eine riesige Flüchtlingswelle, die heute fast vergessen ist. Zu der Zeit gab es deutlich mehr Probleme, wie schlechte Unterkünfte, fehlende Dolmetscher etc. Hier hat sich aus der Sicht von Frau Lutz bereits viel verbessert. Frau Lutz schilderte, dass Neid immer wieder zu Problemen führt.
Gerüchte über unglaublich hohe Leistungen an Asylbewerber machen schnell die Runde und halten sich sehr hartnäckig, obwohl falsch. Auch moderne Handys gönnt man den Asylbewerbern oftmals nicht, diese möchten aber natürlich Kontakte in die Heimat halten, haben keine Festnetzanschlüsse. Statt aber mit den Flüchtlingen ins Gespräch zu kommen, wird lieber spekuliert.

Einige ehrenamtliche Asylbetreuer aus Griesbeckerzell beteiligten sich ebenso aktiv an der Diskussion und brachten viele Beispiele wie z.B. Markenkleidung die gespendet wurde. In unserer Wohlstandsgesellschaft ist so was einfach oft übrig, den Asylbewerbern wird es nicht gegönnt.

Aus Sicht von Frau Lutz war die aktuelle Situation bereits vor 2 Jahren zu erkennen. Asylverfahren ziehen sich oft viel zu lange hin. Die Geldleistungen betragen monatlich 318,45 Euro. In vielen Herkunftsländern kann man damit gut auskommen. Die Erwartungshaltung aus der Heimat der Flüchtlinge ist natürlich verzerrt und überhöht, daher geraten einige sicherlich auch auf die Schiefe Bahn. In der Diskussion wurden Sorgen und Ängste vor zunehmender Gewaltbereitschaft geäußert. Rosy Lutz konnte aus Ihrer Erfahrung von keinen Vergewaltigungen berichten.

Der Kreisvorsitzende der ödp Martin Rosendahl gab zu bedenken, dass wohl insgesamt ein Informationsdefizit besteht. Pauschale Verurteilungen sind ebenso falsch, wie die Verharmlosung. Ängste von Bürgern müssen endlich sachlich behandelt werden! Ehrenamtliche Asylhelfer sind oftmals überfordert, vor allem wenn die Prognose zutrifft, dass die Bewerberzahlen deutlich ansteigen. Da helfen keine Stammtischparolen.

Der Vorsitzende der KAB Manfred Martin warf in die Diskussion ein, dass genau wie in unserer Gesellschaft natürlich auch die Flüchtlinge sehr unterschiedliche Hintergründe haben. Ein Schritt aufeinander zu, würde viele Ängste und Probleme lösen. Unwissenheit schürt Angst und und wirkt sich als gesellschaftlicher Sprengstoff aus. Zäune und Kontrollen werden die Flüchtlingswelle nicht aufhalten.

Die ödp beschäftigt sich schon länger mit dem Thema, und hat auf dem letzten Sommerfest im Juli auf dem Biolandhof Peter Schmid in Walchshofen das Motto „Wir sind nicht 2. Wahl“ gewählt.
Flüchtlingsfamilien wurden mit Unterstützung durch die Caritas eingeladen, ebenso Menschen mit Behinderung oder anderen Einschränkungen.Es entstand ein fröhliches Miteinander, alle Beteiligten haben neue Eindrücke dazugewinnen können. Einige Asylbewerber verfügten nach wenigen Monaten in Deutschland bereits über gute Deutschkenntnisse.

Auf dem Fest wurde uns sehr deutlich, dass man nicht von "dem Asylbewerber" sprechen sollte. Es handelt sich um Menschen mit sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten. Nicht mit jedem sind wir gleich „warm“ geworden. Biolandbauern haben uns 2. Wahl Gemüse gespendet. Dieses wäre wegen Form, Größe etc. nicht verkäuflich gewesen. Darf man wirklich so mit Lebensmitteln umgehen? Daraus haben wir gegen Abend einen leckerer Eintopf gekocht. Alle Gäste halfen mit und schnippelten gemeinsam. Jetzt war das Eis endgültig gebrochen.

Als Fazit zieht die ödp ein positives Feedback beider Veranstaltungen. Das Thema "Flüchtlingswelle" steht erst am Anfang und wird in den nächsten Jahren eines der schwierigsten gesellschaftspolitischen Themen werden. Daher sollte sich unsere Gesellschaft dringend damit beschäftigen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.