Club of Rome: Wir sind dran! Was wir ändern müssen ...

In einer gut besuchten Veranstaltung des ÖDP-Kreisverbands beim Bäckerwirt in Dasing skizzierte Dieter Nießner Kernpunkte des neuen Berichts des „Club of Rome“. Unter der Überschrift „Die große Beschleunigung“ zeigt der Bericht den dramatischen Anstieg der Veränderungen in den letzten 50 Jahren auf. Als tiefere Ursachen nennt er die Liberalisierung der Märkte, Bankenderegulierung (Aufhebung der Trennung zwischen normalen Bankgeschäften und Investment) und die Politik der Welthandelsorganisation mit der Globalisierung der Güterproduktion. Damit sei das Gleichgewicht zwischen Märkten und Staaten verloren gegangen. Der Finanzsektor habe die Herrschaft über die Weltwirtschaft übernommen. Ein Beispiel für die Folgen der Bankenderegulierung: 2008 war der Nennwert der Finanzprodukte 640 Billionen US-Dollar - das war das 14-fache des Bruttoinlandprodukts aller Länder der Welt. Spekulationen auf Nahrungsmittel können ganze Staaten destabilisieren.

In dieser Situation sei ein neues Denken gefordert: Weg vom Glauben, der ungezügelte und „freie“ Markt, würde alles zum Besten regeln, weg vom Dogma, ständiges Wirtschaftswachstum würde die Menschen glücklicher machen. Aktienindex und Bruttosozialprodukt seien keine Maßstäbe für Wohlergehen der Menschen. Ein echter Maßstab für den Fortschritt müsste zum Beispiel auch die Auswirkungen auf das Klima, auf die Qualität von Luft und Wasser oder den Verlust an Lebensqualität einbeziehen.

In der anschließenden Diskussion wurden auf die globalen Herausforderungen lokale Antworten gefunden. So sei weitere Flächenversiegelung im Landkreis durch Straßen und Gewerbegebiete nur durch den Glauben an das Wachstumsdogma zu erklären. Maria Posch, Landtagskandidatin, engagiert sich in der ÖDP, weil diese die einzige Partei ist, die keine Firmenspenden annimmt und deshalb absolut unabhängige Politik vertritt. Die Politik müsse auf allen Ebenen die Rahmenbedingungen schaffen. Im Landtag will die ÖDP Politik für die Bürger und die Lebensqualität machen, nicht nur für Profit und Wachstum. Für Stadtrat Hubert Nießner ist das Festhalten der Regierungsparteien an fossilen Energien nur durch die Nähe zu den großen Energiekonzernen erklärbar. Viele Anwesende setzen auf die Wirkung des persönlichen Beispiels, wenn sie für Fahrten so weit wie möglich das Fahrrad oder öffentliche Verkehrsmitteln benutzen oder regionale Lebensmittel kaufen. Constanze von Tucher, Direktkandidatin für den Bezirkstag, wies auf erfolgreiche Initiativen in der Region Aichach-Friedberg hin, in denen sich auch die ÖDP Aichach-Friedberg engagiert. Diese sind das Forum Z, Gemeinwohlökonomie Paartal und das Bündnis für Nachhaltigkeit in Mering.

 


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