20.06.2017

Eine bessere Landwirtschaft ist möglich und nötig! Vortrag und Hofbesichtigung bei Biolandwirt Stephan Kreppold

Stephan Kreppold mit Bundestagskandidatin Constanze Freifrau Tucher von Simmelsdorf
Hofbesichtigung mit Stephan Kreppold

 

Eine bessere Landwirtschaft ist möglich“ - und auch notwendig - war das Thema einer Veranstaltung der ÖDP beim Biobauern Kreppold in Wilpersberg. Wie sehr diese Thematik die Menschen beschäftigt, zeigte die große Besucherzahl.

Die Bundestagskandidatin der ÖDP, Constanze Freifrau Tucher von Simmelsdorf, zeigte zunächst auf, dass die Art, wie Landwirtschaft betrieben wird, weitreichende Auswirkungen hat: Sie wirkt sich aus auf unsere Ernährung,  unsere Umwelt, auf die Handeslbeziehungen und sogar auf den Frieden in der Welt. Folgen einer industriell betriebenen, wachstumsorientierten Landwirtschaft sind mit Antibiotika und Herbiziden belastete Nahrungsmittel, zerstörte Böden, belastetes Grundwasser und Flüchtlingsströme, die auch mit der Zerstörung der kleinbäuerlichen Landwirtschaft z.B. in Afrika zusammenhängen. Eine Neoliberale Agrarpolitik mit den "Frei"handelsabkommen, lassen die Preise und die Qualität der Waren sinken, was auch in Europa zu Höfesterben führe.

Papst Franziskus habe das Problem in der Enzyklika „Laudato si“ auf den Punkt gebracht: „Diese Wirtschaft tötet“.

Das Ideal einer bäuerlichen Landwirtschaft, die regional, saisonal und ökologisch produziert, sei nur durch die entsprechenden politischen Rahmenbedingungen und ein entsprechendes Verbraucherverhalten zu erreichen. Eine Rahmenbedingung wäre, bei den Kosten für die Trinkwasseraufbereitung bei zu hoher Nitratbelastung das Verursacherprinzip anzuwenden und nicht die Kosten dem Steuerzahler aufzubürden. In den Schulen müsste der Wert nachhaltigen Wirtschaftens und Konsums betont werden. Unterricht im Kochen, der den Wert der Nahrungsmittel bewusst macht, sei an allen Schularten nötig. Eine Einflussnahme der Wirtschaft in den Schulen sei zu unterbinden.

Der Artikel 151 der Bay. Verfassung sagt: „Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl …“. Die ÖDP fordert nach dem Motto „Mensch vor Profit“ von Konzerninteressen unabhängige, nur dem Gemeinwohl dienende Politik und nimmt deshalb keine Firmenspenden an.

08.04.2017

Die Risiken der Massentierhaltung und die gesundheiltichen Folgen für die Menschen

v.l.n.r.: Constanze Freifrau Tucher von Simmelsdorf, Angelika Demmerschmidt

Jährlich sterben 50 000 Menschen an multiresistenten Keimen in Europa, fast doppelt so viel wie es Verkehrstote in Europa gibt.

Durch wiederholten, breiten und falsch indizierten Einsatz von Antibiotika, vor allem bei der Massentierhaltung werden resistente Bakterien geradezu gezüchtet. Aufgrund der nicht artgerechten Haltung der Tiere wird unter den Tieren viel Stress erzeugt, was sie anfälliger für Krankheiten mache. So erhalten auch gesunde Tiere  vorbeugend Antibiotika, um ihre Mastzeit „gesund“ zu überstehen. Auch Reserveantibiotika, deren Gabe für den Menschen eigentlich nur für den Notfall gedacht ist, wird regelmäßig in der Tierhaltung eingesetzt.

Die resistenten Keime gelangen auf verschiedene Wege zum Menschen, z.B. durch die Gülle über das Grundwasser. So ist es nicht auszuschließen, dass auch Vegetarier mit resistenten Keimen infiziert werden. Ein Träger dieser Keime zeigt in der Regel keine Krankheitssymptome, ist also „gesund“. Überträgt er diese Keime jedoch auf einen kranken, geschwächten Menschen (z. B. Frühgeborene) führt dies immer häufiger zu unbehandelbaren Infektionen mit Multiorganversagen und Todesfolge. Da dies in der Regel im Krankenhaus passiert, spricht man von Krankenhauskeimen.

Daraus ergeben sich unter anderem folgende Forderungen:

·         Sofortiges Verbot von Reserve-Antibiotika in der Massentierhaltung

·         Verbot der Vergabe von Medikamenten an gesunde Tiere

·         Erheblich höhere Auflagen und Kontrollen zur Reduktion des Antibiotika-Einsatzes in der Massentierhaltung

Dies würde letztendlich dazu führen, dass die industrielle Massentierhaltung nicht mehr möglich wäre.

Viele Menschen denken, dass der Markt die Produktion der großen Mengen an Fleisch fordere und es deshalb zur Massentierhaltung keine Alternative gibt. Doch sind wir der Meineung, dass es nicht zukunftsfähig ist, Futtermittel um den halben Globus aus Südamerika zu importieren, um dann die Überproduktion wieder um den halben Globus nach China zu exportieren. Was bei uns bleibt, wäre die Gülle mit der entsprechenden Nitratbelastung des Grundwassers.